Bei Goblins Zuhause

In der Goblinhöhle gabelte sich der Weg: geradeaus, nach links oder nach rechts, die Gefährten wussten nicht, in welcher Richtung die Goblins verschwunden waren, als der sonst doch aggressiv-draufgängerische Kerym’tal etwas völlig unerwartetes vorschlug: Nämlich, nach Hause zu gehen. Seine Argumentation entbehrte nicht einer gewissen Logik: entweder waren die Goblins, die immerhin ein ganze Holzfällerlager überwältig hatten, sowieso viel zu mächtig für die fünf Gefährten, oder sie waren es eben nicht – und wollten sie wirklich hilflose Goblins niedermetzeln, nur weil ihnen deren Ohren nicht passten? Kerym’tal, der in seiner Jugend wegen seiner halbelfischen Ohren viel hatte einstecken müssen, hatte plötzlich sein Gewissen wiedergefunden.

Aber da war er der Einzige der Gruppe. Thorn erklärte ihm, dass die Goblins, selbst wenn sie nicht hinter dem Verschwinden der Holzfäller stecken sollten, trotzdem alles andere als harmlos waren: Sie aßen schließlich am liebsten Elfen und Menschen, und so sollte es in jedem Fall sinnvoll sein, sie zur Strecke zu bringen. Selbst wenn für die Holzfäller jede Hilfe zu spät kommen sollte … Nach einer kurzen Diskussion über links, rechts und Mitte – »zurück« stand nicht mehr zur Debatte – entschieden sich die Gefährten für die immer wieder nützliche Regel der linken Hand und wählten den linken Gang.… Weiterlesen “Bei Goblins Zuhause”

Ein nächtlicher Flirt

Am anderen Morgen fand sich Thorn von einem üblen Ausschlag befallen. Schnell zog er den Zusammenhang mit den Goblins und dem vergeigten Rettungswurf, und er bat Urorn um priesterlichen Beistand. Urorn hatte zwar gerade kein Krankheiten Heilen im Angebot, aber zu Thorns Glück stellte sich heraus, dass jeder beliebige Heilzauber es genauso tut, und mit beliebigen Heilzauber konnte Urorn doch immer dienen. So war das juckende Ekzem bald Geschichte und Thorn erlöst. Das ging ja schnell!

Danach war es wieder Zeit für die Lieblingsbeschäftigung der Gruppe: Ausdiskutieren, was als nächstes passieren sollte. Zwei grobe Tendenzen standen zur Auswahl: die Hobgoblins auskundschaften und die Holzfäller befreien – oder nach Hause gehen. Beides hatte das eine oder andere für oder gegen sich: Die Hobgoblins waren mächtig und hatten die deutlich größeren Holzfällergruppe problemlos in ihre Gewalt gebracht, dazu wahrscheinlich auch die verschwunden Elfen, und überhaupt sagte die Aufgabe ja nur, herausfinden, was da passiert war: Nun, herausgefunden hatten sie es, Zeit, die Belohnung abzuholen. Auf der anderen Seite waren da unschuldige Gefangene, die Hilfe brauchten und denen vielleicht die Zeit davonlief. Nur, sollte das nicht vielleicht doch jemand erfahreneres machen?`

Letztlich siegte das Gute, zumindest ansatzweise. Der Konsens lautete nun: Die Hobgoblins ausspionieren, aber erstmal nicht reingehen, nicht erwischen lassen, denn wenn man erwischt wird … In einem seltenen Anflug von Vertraulichkeit bemerkte Kerym’tal, dass er nicht noch mal vier Jahre in Gefangenschaft verbringen wollte, aber wie üblich sprang von den Gefährten niemand darauf an, und Kerym’tal machte wieder dicht.… Weiterlesen “Ein nächtlicher Flirt”